Newsletterausgabe August 2017

Räume schaffen und Brücken bauen

Teamübergreifende Zusammenarbeit als Antrieb agiler Organisationen

Wenn Sie sich aktuell in Ihrem direkten Umfeld umsehen, werden Sie feststellen: immer mehr Führungs- und Projektleitungsaufgaben sind darauf angewiesen, Kollegen aus fremden Abteilungen und Bereichen einzubeziehen.
„Nichts neues“, könnte man sagen, das gab es schon immer – allerdings noch nicht in dieser Häufigkeit und Verdichtung. Wenn man Organisationen heute beschreibt, hat man eher ein Netzwerk-Bild wie dieses (s.u.) vor Augen, immer weniger die klassische Darstellung, die Bereiche wie „Silos“ aussehen lässt.

 

 

Netzwerke in agilen Organisationen

Die immer noch klassischen, hierarchischen Entscheidungslogiken sind durch vielfältige, vernetzte Abhängigkeiten oft außer Gefecht gesetzt oder zumindest „behindert“ – Entscheidungen werden manchmal zäh und viele haben den Geschmack fauler Kompromisse.

Wir sind überzeugt, dass dies lediglich Übergangs-Phänomene sind: alte Muster passen nicht mehr, aber es gibt noch kaum neue, von allen geteilte Routinen.

Dass das sogenannte „Silo-Denken“, die oft widersprüchlichen Bereichs-Logiken innerhalb jeder Organisation nicht immer die erfolgreichsten Lösungen liefern, wissen wir schon lange, doch mit der aktuell zunehmenden Bedeutung von Agilität und Veränderungsfähigkeit für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit, wird berechtigterweise gefragt: „Was denn stattdessen?“ Wie die Silo-Grenzen überwinden, ohne ins Chaos zu versinken bzw. alle in Allem mitreden zu lassen? Wie sich verzahnen, ohne sich zu verhaken - oder noch schlimmer: unter die Räder zu geraten?

Was können Sie also in Ihrem Unternehmen, Ihrem Bereich, Ihrer Abteilung, Ihrem Team tun, damit übergreifende Aufgaben abgestimmt und flüssig entschieden, bearbeitet und innovativ gelöst werden können?

Wir haben Ideen und konkrete Tipps zusammengestellt, die Sie unabhängig von einzelnen Themen übernehmen können, ganz im Sinne der ganzheitlichen Entwicklung agiler Fähigkeiten.

Der Schlüssel liegt darin, dass wir alle grenzübergreifend denken und handeln lernen. Neue Denk- und Handlungsmuster sind dafür notwendig, die am besten gemeinsam und anhand der aktuellen Themen "im Fluss der Aufgaben" erlernt werden. Schaffen Sie dafür zeitlich begrenzte, moderierte Räume für gezielte Dialoge.

  • Vergeben Sie x% der Arbeitszeit als gemeinsame Slack Time: fördern Sie damit Vernetzung, Innovation und Motivation durch freies, interessensbezogenes und gleichzeitig unternehmensbezogenes Arbeiten. Sie können die Slack Time ganz nach Ihrem Sinne gestalten, z.B. mit dem Tandem-Prinzip: „Finde für Deine Slack Time einen Kollegen / eine Kollegin aus einem Dir fremden Bereich“. Entscheidend ist, dass sich ein kontinuierlicher Prozess daraus entwickeln kann – und keine einmalige Hau-Ruck-Aktion.
  • Machen Sie aus einem Teil Ihrer Jour Fixes Events, die sich für alle lohnen: Bei Open-Space-Formaten wie z.B. Barcamps treffen sich Fach- und Führungskräfte, um an nicht-zeitkritischen Themen zu brainstormen und Ansatzpunkte für die gemeinsame Zusammenarbeit zu schaffen. Jeder kann Themen vorschlagen, von denen andere Teams und Bereiche profitieren können.
  • Verstetigen Sie grenzübergreifende, kollegiale Fallberatung: ein schönes Format, dass viele kennen, aber wieder in Vergessenheit gerät, wenn es nicht regelmäßig angeboten wird. Prinzip: jeder kann einen Fall (z.B. eine herausfordernde Kundenanforderung, eine Idee, die über die eigenen Entscheidungsbereich hinausgeht, etc.) einbringen, um ihn gemeinsam mit anderen zu reflektieren, zu lernen, zu promoten. Raum und Zeit ist regelmäßig oder wird „gedoodelt“, keine Anwesenheitspflicht.
  • Banal, aber super-wirksam: Nutzen Sie alle zur Verfügung stehenden Moderationsmaterialien. Statt der individuellen Mitschrift und lästiger Protokollierung visualisieren Sie gemeinsam, für alle sichtbar und nachvollziehbar. Statt langer Diskussionen, in denen eher extrovertierte Persönlichkeiten stark im Vordergrund stehen, nutzen Sie die Kraft eines stillen Brainwritings oder einer klassischen Kartenabfrage. Legen Sie Wert darauf, dass Ideen nicht einfach stehen bleiben und individuell bewertet werden, sondern auch von anderen aufgegriffen und weitergedacht werden können.
  • „Dailys“ sind fester Bestandteil des agilen Projektmanagements – nutzen Sie sie auch für sich: max. 15 oder 30 Minuten, im Stehen, danach ist jeder informiert, was der andere (Bereich) aktuell macht und kann sich ggf. vernetzen und auf kurzem Wege abstimmen. Wir bei Carpe verba! haben das Format Matinée fixe genannt und wissen es seit nun einem Jahr zu schätzen. Häufig entstehen in diesen morgendlichen schwungvollen Runden neue Ideen und Lösungen, die sich direkt umsetzen lassen.


Bei allen Formaten: es geht in erster Linie darum, dass neue Verhaltensweisen eingeübt und verstetigt werden: gemeinsames Sparring, Neugier und Interesse für die „Anderen“, Synergiepotentiale erkennen, gemeinsam Brainstormen, rhythmisierte, ergebnisorientierte Prozesse statt all-in-one Endlosdiskussionen.

Prüfen Sie doch mal bei Ihnen im Team, im Bereich oder in Ihrem Unternehmen, welche Möglichkeiten Sie für einen gemeinsamen Austausch bereits nutzen oder welche möglich wären und besprechen Sie diese gemeinsam.

Denn nur wenn das Engagement und die Fähigkeiten verschiedener Teams und Abteilungen zusammen kommen und miteinander verbunden werden, entwickeln sich neue Ideen, Impulse und Optimierungen, die den Erfolg des Unternehmens und damit auch eine individuelle stabile Zukunft sichern.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und Freude bei Ihrer Slack-Time, wie auch immer Sie sie namentlich "taufen" wollen!

Ihre

Astrid Angloher

Astrid Angloher, Geschäftsführerin

Tel.: +49 941 463 716 14

Email: angloher@carpe-verba.de

Astrid Angloher Unterschrift

Astrid Angloher

Geschäftsführerin
Bereich Organisationsentwicklung